Erfahrungsbericht MHMK Köln
Einige von euch wissen wahrscheinlich, dass ich mich zum Wintersemester 2010/2011 an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation im Fach “Film und Fernsehen” mit dem Schwerpunkt “Regie” eingeschrieben habe. Ich möchte in dieser Rezension kurz meine Erfahrungen schildern und meine Bewegründe, mich nach nur einem Semester wieder zu exmatrikulieren, erläutern.
Als ich mich an der MHMK beworben habe war mir bereits bewusst, dass es auch kritische Stimmen zu dieser Hochschule gibt (keine Berichte jedoch zum noch sehr jungen ‘Film und Fernsehen’ Studiengang am Standort Köln). Diese gab es allerdings auch zur New York Film Academy, und dort habe ich meine Entscheidung zu keiner Minute bereut. Da ich zum einen erst mal in Köln bleiben wollte und zum anderen eine Freundin von mir, die dort in einem anderen Studiengang studiert, recht zufrieden ist, entschied ich mich für die MHMK. Kleine Probleme bringen mich auch prinzipiell nicht gleich zum Verzweifeln und auch bei kleinen Problemen mit Hochschule und/oder Dozenten kann man immer noch versuchen das Beste daraus zu machen. Schließlich sind beim Film die Erfahrungen, die man sammelt, wenn man mit Kommilitonen Equipment leiht und einfach dreht, dreht, dreht …, mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, als die Lehre an sich.
Leider fehlt es der MHMK schon an grundlegendem Equipment (insbesondere Grip und Licht). Natürlich ist ‘Film & Fernsehen’ ein sehr junger Studiengang in Köln und man kann nicht erwarten, dass die Hochschule alles an Equipment besitzt. Allerdings fehlen wie gesagt wirklich grundlegende Dinge. So gibt es keinen einzigen C-Stand und auch Dinge wie Cutter, Fahnen und Floppies sucht man vergebens. Der technikverantwortliche Mehdi Javaheri hat zwar angekündigt, dass diese Dinge ganz oben auf der Einkaufsliste stehen, aber auch ansonsten gibt es nicht genug Technik an der MHMK. Im Lichtbereich gibt es z.B. einen Dedolightkoffer und ein paar Scheinwerfer, sobald jedoch zwei oder mehr Projekte zur gleichen Zeit stattfinden, wird es eng.
Dozenten
Unter den Dozenten (zumindest denen, die ich im ersten Semester kennengelernt habe) gibt es zwar ein paar Gute, aber auch ein paar Totalausfälle. Besonders hervorzuheben im positiven Sinne ist Mehdi Javaheri. Der wirklich mit Begeisterung unterrichtet und, insbesondere auf den technischen Bereich bezogen, einem unerschöpflichen Pool an Informationen und Erfahrungen gleicht, den man auch mit keiner Frage in Verlegenheit bringen kann. (Falls irgendjemand von der MHMK das hier liest: Gebt dem Mann eine Gehaltserhöhung. Er ist sicherlich einer der wertvollsten Ressourcen die ihr an der MHMK habt) Das sieht bei anderen Dozenten wie gesagt leider anders aus. Da lässt dann z.B. eine Dozentin das ganze Semester nur Vorträge von Studenten halten. Oder eine andere Dozentin ist für einen Bereich zuständig, in dem sie sich gar nicht auskennt und jede zweite Frage selber nachschlagen muss bzw. einfach schlichtweg falsche Informationen gibt. Da bringt es auch nichts, dass alle Dozenten und auch die Menschen in der Verwaltung sehr nett sind. Für eine Hochschule, die sich selber auch gerne in der Spitzengruppe sieht, ist das einfach vollkommen inakzeptable.
Kommilitonen
Von meinen Kommilitonen hatten 90% mehr oder weniger gar keine Vorerfahrung. Ich kann zwar nur über meinen Kurs reden, hatte allerdings das Gefühl, dass es in den älteren Kursen auch nicht anders war. An sich ist das ja auch nicht schlimm, man sollte sich aber darüber im Klaren sein. So kann es doch manchmal frustrierend sein, wenn manche Kommilitonen noch nie eine Kamera in der Hand hatten.
Deutlich schlimmer ist hingegen, wenn bei einigen Studenten vollkommen die Motivation fehlt und ein bisschen das Gefühl entsteht, dass man wieder in der Schule sitzt und einige sich gezwungen fühlen anwesend zu sein. Und das nicht nur in der Vorlesung, sondern sogar bei praktischen Arbeiten und Projekten. Meckern, wenn der Dreh zu unchristlichen Zeiten stattfindet oder etwas länger geht als gedacht, inklusive.
Fazit
Da ich die Hochschule verlassen habe, dürfte es wohl keine Überraschung sein, dass mein Fazit alles andere als positiv ausfällt. Ich möchte aber auch noch Mals darauf hinweisen, dass ich natürlich nur den Studiengang ‘Film & Fernsehen’ am Standort Köln bewerten kann und eben auch nur für ein Semester dort war. Auf meinen Erfahrungen basierend würde ich jedoch insbesondere allen, die bereits Erfahrung im Filmbereich und am Set sammeln konnten, von der MHMK abraten. Ich persönlich jedenfalls empfinde meine Entscheidung als Fehler und hätte das Geld für das Semester sicherlich lieber anderweitig investiert.
Dieser Eintrag wurde geposted amMittwoch, Mai 11th, 2011zu14:39und ist abgelegt unterAllgemeinSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

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hi jan
ich hatte ja irgendwie erwartet, dass das hier so ne abrechnung mit der macromedia wird, aber du hast das echt sehr fair geschrieben. ich finde, du hast die schwachpunkte des ersten semesters gut zusammengefasst und ich bin da vollkommen einer meinung mit dir. aber weißt du ja, haben wir zu der zeit mehrmals drüber gesprochen.
mittlerweile hat sich halt einiges geändert. die schule bemüht sich, an den kritikpunkten zu arbeiten. der technikfundus wächst langsam weiter an, mehdi javaheri ist wie gewohnt übermenschlich kompetent und hilfsbereit und die dozenten im zweiten semester sind alle (!) erfahren und vor allem renommiert in ihren bereichen (vor allem in den problemfächern des letzten semesters). die evaluierungen sind wohl ernstgenommen worden.
ausserdem haben wir nach dem theorie-overkill jetzt ein extrem praktisches semester gehabt. viele von den eher motivationslosen kommilitonen haben bei einem 2-wochen-dreh letztens wohl endlich blut geleckt und mittlerweile hilft man sich bei projekten auch zwischen den jahrgängen. kleine projekte werden für die semesterferien geplant und insgesamt wird es immer mehr so, wie ich es mir auch von anfang an gewünscht hatte.
es ist ganz bestimmt nicht perfekt und es gibt immer wieder grund, sich über dinge zu ärgern, die nicht funktionieren. aber es sind weniger geworden und ich hab jetzt auch keine vergleichsmöglichkeit wie du, aber ich schätze, das ist normal?
ich habs dir ja schon vor nem halben jahr gesagt, aber ich finds immer noch schade, dass du so früh gegangen bist.
grüße, markus
Ich kann nur sagen das die Uni ein reines Business unternehmen ist. Dir werden falsche Sachen versprochen und es dreht sich alles nur um den Profit. Leistung erhält man für sein geld nun wirklich nicht. und die versteckten kosten sind erschreckend.
Kann nur von der Uni abraten